EM: DFB verspricht fette Rekordprämien für den Sieg

Die WM 2018 verlief für die deutsche Mannschaft bekanntlich erfolglos, entsprechend tritt der DFB nun aufs Gas und motiviert die Spieler zum Sieg. Falls der EM-Triumph tatsächlich gelingt, so verspricht es der deutsche Fußballbund, erhält jeder Nationalspieler 400.000 Euro extra auf die Hand. Das sind 100.000 Euro mehr als es jemals zuvor für eine EM gegeben hat.

Zur EM 2016 waren es 300.000 Euro

An dieser Vorgehensweise wird direkt Kritik laut, denn bescheiden erscheint die Summe nicht gerade. Oliver Bierhoff jedoch argumentiert, das Team hätte keinen Bonus für die gelungene Qualifikation erhalten, dieser Betrag sei in die Prämie nun mit eingepreist. Zur EM 2016 lockten noch 300.000 Euro pro Nase, leider war im Halbfinale für die deutsche Mannschaft Schluss. Insgesamt stehen die Gehälter der Fußballprofis immer wieder im Schlaglicht der Medien und der Öffentlichkeit, Siegesprämien bilden in dem Sinne nur das Sahnehäubchen auf einer ohnehin schon großen Geldportion. Wer als Fußballstar richtig gut im Geschäft ist, der verdient sehr viel mehr als zum Beispiel ein Pilot oder ein hochrangiger Politiker. In den vergangenen Jahren waren außerdem deutliche Gehaltserhöhungen auf dem Profisektor zu verzeichnen, ein Blick auf die Zahlen gibt Aufschluss, in welchen Höhen sich die Kicker bewegen.

Fußballergehälter übersteigen die 20-Millionen-Marke

Cristiano Ronaldo verdiente bei Real Madrid 21 Millionen Euro pro Jahr, das sind umgerechnet beinahe 2 Millionen Euro im Monat oder etwa 2.400 Euro für jede einzelne Stunde. Viele Menschen können sich solche Beträge nicht einmal vorstellen, geschweige denn, dass sie erwarten, jemals so viel Geld auf dem Konto zu haben. Der Durchschnittsbürger träumt vielleicht davon, bei Fußballwetten eines Tages ein paar Tausend Euro zu gewinnen und sich so den einen oder anderen Wunsch zu erfüllen. Einen regelmäßigen Geldeingang in exorbitanten Höhen, das bietet jedoch selbst ein gern genutztes Portal wie Wettformat nicht – obwohl die möglichen Gewinnsummen schon relativ verlockend sind. Bundeskanzlerin Merkel erhält für Ihren Job übrigens knapp über 15.800 Euro monatlich, das heißt, dass Ronaldo sie während seiner Anstellung bei Madrid 110-Mal umrundete.

Werbeeinnahmen als Sahnehäubchen „obendrauf“

Von Gareth Bale hieß es zwischenzeitlich, er erhalte für seine fußballerischen Dienste 20 Millionen Pro Jahr, das liegt nur knapp unter Ronaldos fürstlichem Gehalt. Lionel Messi brachte es laut Medienberichten auf 16 Millionen Euro, während sich Wayne Rooney mit etwa 13 Millionen Euro begnügen musste. Allerdings ist damit noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, denn was ein ordentlicher Profi ist, der kassiert zum Grundgehalt noch eine schöne Summe Werbeeinnahmen. Bei Lionel Messie soll dieses im Jahr 2014 allein etwa 60 Millionen Euro betragen haben! Ronaldo schaffte es zur selben Zeit immerhin noch 54 Millionen zu seinem Fußballergehalt dazu zuverdienen. Mario Götze gab sich mit bescheidenen 17 Millionen Euro im Nebenjob zufrieden.

Millionenbeträge sind für die ganz großen Stars reserviert

Dieser Hinweis ist wichtig: Bei Weitem nicht jeder Fußballspieler kann mit diesen Gehaltsklassen konkurrieren, die spektakulären Millionensummen sind ausschließlich für die ganz großen Stars reserviert. Ein paar prominente Bayernspieler verbuchen vielleicht noch etwas mehr als 10 Millionen Euro pro Jahr, doch das Durchschnittsgehalt der 1. Bundesliga liegt bei ungefähr 30.000 Euro im Monat, das sind 360.000 Euro im Jahr. Natürlich wird auf diesen Betrag bei Erfolg noch der eine oder andere Bonus gepackt, damit lässt es sich also auch schon ganz gut leben. In der 2. Bundesliga bleiben „nur noch“ etwa 7.000 bis 20.000 Euro Monatsgehalt übrig, je nachdem, was der jeweilige Sportler leistet. Aufstiegsprämien und Co. nicht inbegriffen. Die Profiverträge der 3. Liga halten noch Monatsgehälter von etwa 2.500 bis 10.000 Euro bereit, damit bewegen wir uns allmählich in den normalen Alltagsbereich. Einige Vereine können nicht einmal das aufbringen, sodass der eine oder andere Drittligist sich einen Zweitjob suchen muss, um über die Runden zu kommen.

In den Regionalligen gibt es nur ganz, ganz wenige Profifußballer, die meisten gehen einem anderen Hauptberuf nach. Einige Sponsoren bieten ihren Zöglingen eine Teilzeitbeschäftigung an und entlohnen diese mit vielleicht 200 bis 2.000 Euro im Monat.

Sind die Millionensummen angemessen – oder nicht?

Ob die Gehälter in den oberen Ligen angemessen sind, darüber lässt sich trefflich streiten. Die Stars spülen immerhin auch sehr viel Geld in die Kassen der Vereine und Verbände – und an den satten Gewinnen sollten sie auch beteiligt werden. Kritiker plädieren oftmals für eine gerechte Verteilung, sodass die Gehälter zum Beispiel in der 1. Liga nicht so stark schwanken, sondern in etwa ausgeglichen sind. Doch ein solches System müsste sich direkt weltweit verbreiten, sonst wandern die Talente ab in ein anderes Land – und das will nun wirklich niemand.